Roberto Frega: Pragmatismus im Jour Fixe

Am Dienstag (03.12) hatten wir einen besonderen Jour Fixe: Wir haben nicht nur gemeinsam einen Text diskutiert – unsere Leseliste hier -, sondern hatten mit Roberto Frega (CNRS Paris, Centre Marc Bloch) gleich den Buchautor dabei. Roberto stellte uns sein jüngst erschienenes Pragmatism and the Wide View of Democracy vor. Gemeinsam gelesen wurden neben der Einleitung die Kapitel Enlarging Democracy und Democratic Publics. Eine äußerst empfehlenswerte Lektüre, die wichtige Vorschläge für soziale Demokratie und demokratischen Experimentalismus macht, und eine umfassende Abhandlung moderner Demokratietheorien und der besonderen Stellung des Pragmatismus darin erarbeitet.

50 Internetmythen – und ihre Widerlegung

Für das Internet Governance Forum 2019, welches vom 25.-29. November, in Berlin stattfand wurde von Matthias C. Kettemann und Stephan Dreyer ein aufwendiger Open Access Sammelband mit dem Titel „Busted! The Truth About the 50 Most Common Internet Myths“ konzipiert. Zwei der Mythenwiederlegungen stammen direkt aus unserer Forschungsgruppe – Thorsten hat sich mit Mythos #14: „Only criminals want anonymity online“ auseinandergesetzt, Sebastian mit #31: „The Internet enables organizing without organizations“ auseinandersgesetzt. Und das Weizenbaum-Institut steuert auch noch Widerlegungen zur Popularitätsmessung (Mythos 24 durch Ulrike Klinger) und Blockchain (Mythos 50 durch Martin Florian) bei. Die ganzen fünfzig kleinen Beiträge sind ein aufmerksames Lesen wert und kommen aus allen Teilen der globalen Wissenschaftsszene. Der Band ist zweisprachig (deutsch/englisch) und hat noch Kurzfassungen der Widerlegungen in den fünf weiteren UN-Sprachen (arabisch, chinesisch französisch, russisch und spanisch). Für alle Nicht-IGF-Teilnehmer, diese hatten den Band in der Goodie Bag, ist das Ganze als Download oder zu direkter Einsicht auf der Webseite: www.internetmythen.de/ abrufbar.

 

Beitrag im Sammelband: Internet und Staat

Im Nomos-Verlag ist ganz frisch der von Isabelle Borucki und Wolf Schünemann herausgegebene Sammelband „Internet und Staat“ erschienen. Darin befindet sich auch ein Beitrag von Thorsten und  Julia Pohle (WZB) mit dem Titel „Digitale Vernetzung und Souveränität: Genealogie eines Spannungsverhältnisses„. Neben diesem gibt es in dem in der Reihe Staatsverstädnisse erschienenen Band aber viele weitere sehr lesenwerte Beiträge etwa zu demokratischer Souveränität (Ritzi/Zierold), zu Paradoxien der Privatheit (Helm/Seubert), zu Cybersecurity (Dunn-Cavelty/Egloff) oder zum Territorium des Internets (Warnke).

Seminar: Politische Theorie der digitalen Gesellschaft

Am heutigen Freitag (27.09) startet an der Universität Luzern das von Thorsten Thiel gehaltetene Masterseminar „Politische Theorie der digitalen Gesellschaft“. Das Seminar widmet sich der emergenten politischen Theorie der digitalen Konstellation, indem es deren wichtigsten Beiträge und Perspektiven herausarbeitet und insbesondere die Frage erörtert, wie die digitale Konstellation sich auf Möglichkeit und Praxis der Demokratie auswirkt. Der Syllabus gibt es hier zum Download.

Jeanette Hofmann und Florian Irgmaier von der Forschungsgruppe 18 halten im Wintersemester an der FU Berlin übrigens ein ganz verwandtes Seminar mit dem Titel: Theorien des Digitalen. Gesellschaft – Wirtschaft – Politik.

Hate Speech bekämpfen: Workshop auf dem IGF-D

Auf dem diesjährigen Internet Governance Forum Deutschland (IGF-D) am 11.9 haben Thorsten und Niklas – gemeinsam mit Maik Fielitz (IFSH) und Hanna Gleiß (Das Nettz) – ein Panel mit dem Titel „Hate Speech bekämpfen – Forderungen an Politik und Wirtschaft“ organisiert. Das von Thorsten moderierte Panel war von zivilgesellschaftlicher Seite mit Simone Rafael (Amadeu Antonio Stiftung), Hanna Gleiß (Das Nettz), Hannes Ley (#Ichbinhier) und Anna-Lena Hodenberg (Hate Aid) besetzt, für die Seite von Politik und Wirtschaft antworteten: Nina Morschhaeuser von Twitter und Janina Menzel von der Staatsanwaltschaft Köln (Abteilung ZAC). Es entspann sich eine tolle Diskussion mit hohem Publikumsinteresse, wie es überhaupt ein sehr gut besuchtes IGF war. Im Nachgang der Veranstaltung werden noch die zwölf Forderungen (4×3), die die zivilgesellschaftlichen Akteure aufgestellt haben, veröffentlicht, um die Diskussion auch über die Auseinandersetzungen des Tages heraus zu gestalten.

Dokumentation: Demokratische Innovationen

Am kommenden Sonntag, den 25.08.2020, wird auf dem MDR die Dokumentation „Mehr Bürger an die Macht? Wie sich Demokratie verändern muss“ ausgestrahlt. Die von Gabi Schlag und Benno Wenz produzierte Dokumentation diskutiert aktuelle demokratische Innovationen und wie diese sich auf die Veränderung repräsentativer Demokratie auswirken. Unter anderem finden sich dort auch einige bewegte Bilder aus unserem Civic Tech Workshop Anfang Juni und Thorsten ist einer der Interviewten. Wer sich die gut gemachte Doku ansehen will (45 Minuten), kann auch jenseits der Sendeausstrahlung dies dauerhaft beim MDR direkt oder bei YouTube tun.

Adrien Barbaresi/ Jens Pohlmann: The IT-Blog Sphere and Its Impact on Digital Policy

Dienstag, 02.Juli 2019 10:00-12:00 Uhr
Weizenbaum-Institut, Raum A104-A105
Veranstaltungswebsite

Following the assumption that the IT-blog sphere represents an avant-garde of technologically and socially interested experts, Jens Pohlmann and Adrien Barbaresi presented a research platform to observe its input on the public discussion of matters situated at the intersection of technology and society. Based on text and metadata from about 400 IT-blogs from Germany and the U.S. (IT-Blog corpus), th platform allows to study the discussion regarding digital policy and compare the digital public sphere with the discourse in traditional media settings as well as the policy discussion.

Digitalisierung und Demokratieforschung

27. September 2018, 14:00 - 15:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Hz10
Wie lassen sich Digitalisierung und Demokratieforschung verbinden? Inwiefern unterscheiden sich die Herausforderungen für normative und empirische Demokratietheorie? Diesen Fragestellungen ging ein von Karoline Helbig und Alexander Weiß organisiertes Panel auf dem DVPW-Kongress 2018 nach. Beiträge: Wulf Loh, Sebastian Berg, Pascal D. König, Thomas Waldvogel/Thomas Metz/Uwe Wagschal und Serarphine F. Maerz/Carsten Q. Schneider.

Öffentlichkeit als digitale Plattform: Herausforderung für die Demokratie?

25. September 2018, 16:00 - 17:30 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Hz13

Die Macht privater Plattformen, die Verbreitung von Fake News, die Polarisierung der Bürgerschaft: Digitalisierung und der mit ihr einhergehende gesellschaftliche Strukturwandel fordern die Institutionen der Demokratie in vielerlei Hinsicht heraus. Doch inwiefern kann und sollte die Demokratie sich wehren? Wie weit reicht das Recht oder sogar die Pflicht demokratischer Staaten, die Bedingungen und Normen öffentlicher Kommunikation zu gestalten oder zu begrenzen? Diese und weitere Fragen diskutierte das von Jeanette Hofmann und Thorsten Thiel auf dem DVPW-Kongress 2018 organisierte Panel „Öffentlichkeit als digitale Plattform“. Neben einem gemeinsamen Vortrag von Jeanette und Thorsten zu „Wartungsarbeiten am Fundament – Digitalisierung als Scheinwerfer auf das Verhältnis von Öffenltichkeit und Demokratie“ gab es Beiträge von Christian Stöcker, Leonhard Dobusch und Claudia Ritzi.

Kooperationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften

Dienstag, 06.September 2018, 14:00-15:30 Uhr
TU München, MW 1.639
Präsentation

Der Workshop warf einen Blick auf die besonderen Bedingungen der kooperativen Promotion in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Welche Rolle spielen einrichtungsübergreifende, kooperative Promotionsverfahren? Während in diesen Disziplinen die Vorstellung eines individuellen Verfahren, das von der Betreuung des Promovierenden durch einen Doktorvater bzw. eine Doktormutter geprägt ist, noch stark ist, werden durch interdisziplinäre Zentren und strukturierte Programme – wie das Weizenbaum-Institut – zunehmend die Bedingungen und Betreuungskulturen verändert. Der Workshop diskutiert, wie sich diese neuen Bedingungen auswirken und wie viel Standardisierung notwendig und möglich ist. Der zentrale Fokus lag auf kollaborativem Arbeiten in der Phase der Promotion.