Julian Jaursch: Regulatorische Reaktionen auf Desinformation

Dienstag, 27 November 2019, 11.00 - 12.30 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A106
Policy Brief

Was tut Deutschland, und was die EU, um gegen manipulative Meinungsmache auf digitalen Plattformen vorzugehen? Diese Frage haben wir gemeinsam mit Julian Jaursch von der Stiftung Neue Verantwortung beim uns am Weizenbaum Institut diskutiert. Jaursch ist Autor eines jüngst veröffentlichten Policy Papers zu Regulatorischen Reaktionen auf Desinformation. Desinformation ist nicht durch digitale Medien entstanden, aber Microtargting, Personalisierung und Netzwerkeffekte erleichtern ihre Verbreitung. Bei der Problematik der Desinformation geht es ferner nicht einfach um eine falsch verbreitete Information. Das Thema berührt Fragen der Meinungsfreiheit, der Datenmacht der Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken und deren aufmerksamkeitsgetriebene Funktionslogik ebenso wie die Frage nach der Rolle journalistischer Gatekeeper. Um Desinformation entgegenzuwirken braucht es daher nicht nur restriktive Regulierung gegen solche Inhalte, sondern vor allem auch solche regulatorrischen Maßnahmen, die es Nutzer*innen sozialer Netzwerke ermöglichen, frei und unabhängig online eine eigene Meinung zu bilden.

Besuch beim Forum Bellevue des Bundespräsidenten

Gemeinsam mit unseren Fellows haben wir heute an der Diskussionsveranstaltung Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier teilgenommen. „Welche Zukunft? Über Demokratie und Forschritt“ war die achte Veranstaltung der Reihe überschrieben. Der Bundespräsident diskutierte mit Ian McEwan (britischer Schriftsteller), Maren Urner (Professorin für Medienpsychologie an der HMKW in Köln) und Steven Pinker (Professor of Psychology an der Harvard University) über unsere Wahrnehmung der Welt und wie diese unser politisches Handeln und unser Vertrauen in die Demokratie beeinflusst. Auch Kolleg*innen der Forschungsgruppen 13, 14 und 15 waren mit im Schloss Bellevue – die Chance für ein repräsentatives Gruppenbild haben wir uns nicht entgehen lassen.

Weizenbaum meets Nicolas Suzor

Am Dienstag den 26. November kommt Nicolas Suzor ans Weizenbaum-Institut und hält einen Vortrag über „A new social contract for the digital age – the responsibilities of platforms“. Suzor, der an der Queensland University of Technology zu Recht und Digitalen Medien forscht, hat im Sommer sein Buch Lawless veröffentlicht. Darin blickt er auf die aktuellen Probleme des Internets – Missbrauch, Hate Speech, Zensur, Desinformation etc. – und votiert dafür, dem eine positive Version des Internets entgegenzusetzten, in der Menschenrechte gestärkt werden. Um dies zu erreichen muss die „lawless rule of tech“ eingeschränkt werden, wie Nicolas in seinem Vortrag am 26.11 um 13 Uhr am Weizenbaum Institut (Raum C102) darlegen wird. weiterlesen

Nicolas Suzor: A new social contract for the digital age – the responsibilities of platforms

Dienstag 26. November 2019, 13.00 - 14.30 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum C102
Veranstaltungswebsite

Rampant abuse, hate speech, censorship, bias, and disinformation – our Internet has problems. It is governed by technology companies – search engines, social media platforms, content hosts, and infrastructure providers – whose rules influence what we are allowed to see and say. These companies govern our digital environment, but they are also subject to pressure from governments and other powerful actors to censor and control the flow of information online. As governments around the world grapple with how to regulate digital media platforms, it’s clear that big changes are coming. We are now at a constitutional moment – an opportunity to rethink the basic rules of how the Internet is governed. Can we build a vibrant, diverse, and flourishing internet that can promote fundamental human rights? Nicolas Suzor argues that, if we care about the future of our shared social spaces, we need a new constitutionalism: real limits on how power is exercised online.

Neue Fellows: Robert Gorwa und Torben Klausa 

Seit heute sind Robert Gorwa und Torben Klausa als Fellows bei uns in der Forschungsgruppe. Robert ist Doktorand am Institut für Politik und Internationale Beziehungen der Oxford University und forscht u.a. zu Regulierung von Plattformen. Torben Klausa arbeitet als Journalist für den Tagesspiegel und promoviert über die dienende Freiheit sozialer Netzwerke. Wir freuen uns auf einen anregenden Austausch!

Exposeklausur in Chorin

Zwei Tage haben wir gemeinsam mit Jeanette Hofmann und unserer Schwestergruppe “Quantifizierung und gesellschaftliche Regulierung” über aktuelle Forschungsprojekte und Dissertationsexposes der Doktoranden diskutiert. Viel Input und zwischen den Sessions nette Gespräche und Abkühlung im See – schön wars!

Fellowship von Anna-Verena Nosthoff

Anna-Verena Nosthoff ist von heute bis Ende Oktober Research Fellow in unserer Forschungsgruppe. Sie ist Doktorandin am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und Dozentin am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien. Ihre akademische Forschung beschäftigt sich u.a. mit Digitalisierung und Demokratie, algorithmischer Gouvernementalität und der Kybernetisierung des Politischen. Herzlich Willkommen!

Fellowship von Eva Weber-Guskar

Für die kommenden drei Monate ist Eva Weber-Guskar als Research Fellow am Weizenbaum-Institut. Eva Weber-Guskar ist Gastprofessorin für Philosophie an der Humboldt Universität zu Berlin und hat sich innerhalb ihres Forschungsinteresse der philosophischen Anthropologie der Ethik des Digitalen zugewandt. Im Rahmen ihres Fellowships wird sie bei uns sowie der Forschungsgruppe 20 “Kritikalität KI-basierter Systeme” mitarbeiten.