Lektüreworkshop: Das Demokratieprinzip im Grundgesetz

Am Freitag, den 31.1.2020 setzt die Forschungsgruppe ihre interdisziplinäre Workshopreihe zu Demokratietheorie fort. Gemeinsam mit den Expert*innen Isabelle Ley und Tim Wihl diskutieren wir das verfassungsrechtliche Demokratieprinzip des Grundgesetzes. Aus verschiedenen Perspektiven wird dabei unter anderem beleuchtet, wie eine europäische Integration verfassungsrechtlich legitimiert werden kann, diese Legitimationsketten ausgestaltet sein müssen und was ein legitimierendes Subjekt im verfassungsrechtlichen Sinne konstitutert. Und welche Rolle spielen eigentlich soziale Medien für das Demokratieverständnis?

Der Workshop richtet sich primär an Mitglieder des Weizenbaum-Instituts. Bei besonderem Interesse kann eine Teilnahme jedoch per Mail an digidem@wzb.eu angefragt werden. Weitere Informationen sowie die vollständige Leseliste finden sich unter Veranstaltungen.

Sammelband: Politik in der digitalen Gesellschaft

Ende 2019 ist im Transcript Verlag der Sammelband „Politik in der digitalen Gesellschaft“ erschienen, herausgegeben von unserer Principal Investigator Jeanette Hofmann sowie Norbert Kersting, Claudia Ritzi und Wolf. J. Schünemann. In dem Band werden zentrale Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Digitalisierungsforschung vorgestellt. In ihrem eigenen Beitrag „Mediatisierte Demokratie in Zeiten der Digitalisierung“ richtet Jeanette den Blick auf die Beziehung von Demokratie und Medien. Diesem folgt ein Beitrag von Thorsten zu „Souveränität: Dynamisierung und Kontestation in der digitalen Gesellschaft„. Das Weizenbaum-Institut ist zudem noch mit zwei weiteren Beiträgen vertreten: Barbara Pfetsch, Annett Heft und Curd Knüpfer von der Forschungsgruppe „Digitalisierung und transnationale Öffentlichkeit“ schreiben über das Thema „Transnationale Öffentlichkeiten in der Digitalen Gesellschaft: Konzepte und Forschungsperspektiven“ und Lena Ulbricht, die die Gruppe „Quantifizierung und Regulierung“ leitet, setzt sich mit „Big Data und Governance im digitalen Zeitalter“ auseinander. Der Sammelband ist kostenlos als Open Access verfügbar und stellt den ersten Teil einer neuen Schriftenreihe dar.

 

Werkstattgespräch: Experimentelle Räume für digitale Kompetenzen, Civic Tech und die Politisierung der Technologie

Am Donnerstag, den 16. Januar 2020 laden wir gemeinsam mit der Forschungsgruppe 8 des Weizenbaum-Instituts, „Ungleichheit und digitale Souveränität“, zu einem Werkstattgespräch zum Thema „Experimentelle Räume für digitale Kompetenzen, Civic Tech und die Politisierung der Technologie“ ein. Die Veranstaltung findet von 17:00 bis 20:00 Uhr im Berlin Open City Lab (Einsteinufer 43, 10578 Berlin) statt und setzt sich mit Fragen der Räume digitaler Partizipation auseinander:
Wie müssen Räume beschaffen sein, in denen mit digitalen Technologien experimentiert wird, diese erfahren und weiterentwickelt werden? Wie können wir Zugang zu und Wissen um digitale Technologien ermöglichen, und vor allem Wege schaffen, diese zu gestalten, sie weiterzuentwickeln und damit zu experimentieren? In kollaborativen Räumen und Formaten der Auseinandersetzung, des Lernens und Lehrens und der demokratischen Partizipation wird die digitale Transformation ausgehandelt und danach gefragt, welche digitalen Zukünfte wir erschaffen und Teil von sein wollen. Einige Initiativen wie das CityLAB Berlin, bUm_Raum für engagierte Zivilgesellschaft, das Verschwörhaus und KiezDigital arbeiten mit Bürger*innen und Communities auf lokaler Ebene und gemeinwohlorientiert zusammen. Im Werkstattgespräch wollen wir gemeinsam danach fragen, welche Formate und Strategien sich bewährt haben, offen über Schwierigkeiten, Erfolge und Erkenntnisse sprechen und einen Raum für kollektives Lernen schaffen. Sie sind herzlich eingeladen, am Gespräch teilzunehmen!

„Digitale Technologien ermöglichen neuartige demokratische Praktiken“ – Interview im #dafür Magazin

Im aktuellen #dafür Magazin der Offenen Gesellschaft spricht unser Doktorand Niklas Rakowski mit Alexander Wragge über zivilgesellschaftliche Partizipation im digitalen Zeitalter: Digitale Technologien eröffnen Möglichkeitsräume, in denen sich neuartige zivilgesellschaftliche Praktiken vollziehen können. Liquid Democracy, FragDenStaat, oder Hate Aid zeigen, wie Zivilgesellschaft mittels eigener Tools digitale Demokratie prägt und mitgestaltet. Initiativen wie der European Hub for Civic Engagement ermöglichen eine transnationale Verbreitung der Ideen und Vernetzung der Akteure. Das ganze Heft gibt es hier.

Roberto Frega: Pragmatismus im Jour Fixe

Am Dienstag (03.12) hatten wir einen besonderen Jour Fixe: Wir haben nicht nur gemeinsam einen Text diskutiert – unsere Leseliste hier -, sondern hatten mit Roberto Frega (CNRS Paris, Centre Marc Bloch) gleich den Buchautor dabei. Roberto stellte uns sein jüngst erschienenes Pragmatism and the Wide View of Democracy vor. Gemeinsam gelesen wurden neben der Einleitung die Kapitel Enlarging Democracy und Democratic Publics. Eine äußerst empfehlenswerte Lektüre, die wichtige Vorschläge für soziale Demokratie und demokratischen Experimentalismus macht, und eine umfassende Abhandlung moderner Demokratietheorien und der besonderen Stellung des Pragmatismus darin erarbeitet.

TraceMap zu Gast im Bubble Talk

Am Montag, den 2.12, hatten wir für den sogenannten Bubble Talk, das allmonatliche gemeinsame Kolloquium der vier Forschungsgruppen des Bereichs ‚Demokratie, Partizipation und Öffentlichkeit‘ des Weizenbaum-Instituts, eine besondere Adventssitzung: Wir hatten uns die Entwickler*innen von TraceMap eingeladen, um mit ihnen über ihr Tool zur Analyse der Verbreitung von Tweets zu sprechen. Dieses gibt Nutzern die Möglichkeit, auch ohne technisches know-how die Verbreitung von (Des-)Informationen auf Twitter nachzuvollziehen und die dafür relevanten Netzwerke zu identifizieren. Eine spannende Diskussion entspann sich über die zivilgesellschaftliche Bedeutung der Arbeit von Trace Map, die Anwendungsweisen des Tools,  Möglichkeiten der Finanzierung – vor allem aber des Datenzugangs. Denn leider liegt das Tool gegenwärtig auf Eis, bis eine Möglichkeit gefunden wird, den Zugang zu den relevanten Twitterdaten zu erhalten oder zu finanzieren. Über Hilfe und Hinweise freuen sich nicht nur TraceMap, sondern auch die vom Tool begeisterten Forscher des Weizenbaum-Instituts!

50 Internetmythen – und ihre Widerlegung

Für das Internet Governance Forum 2019, welches vom 25.-29. November, in Berlin stattfand wurde von Matthias C. Kettemann und Stephan Dreyer ein aufwendiger Open Access Sammelband mit dem Titel „Busted! The Truth About the 50 Most Common Internet Myths“ konzipiert. Zwei der Mythenwiederlegungen stammen direkt aus unserer Forschungsgruppe – Thorsten hat sich mit Mythos #14: „Only criminals want anonymity online“ auseinandergesetzt, Sebastian mit #31: „The Internet enables organizing without organizations“ auseinandersgesetzt. Und das Weizenbaum-Institut steuert auch noch Widerlegungen zur Popularitätsmessung (Mythos 24 durch Ulrike Klinger) und Blockchain (Mythos 50 durch Martin Florian) bei. Die ganzen fünfzig kleinen Beiträge sind ein aufmerksames Lesen wert und kommen aus allen Teilen der globalen Wissenschaftsszene. Der Band ist zweisprachig (deutsch/englisch) und hat noch Kurzfassungen der Widerlegungen in den fünf weiteren UN-Sprachen (arabisch, chinesisch französisch, russisch und spanisch). Für alle Nicht-IGF-Teilnehmer, diese hatten den Band in der Goodie Bag, ist das Ganze als Download oder zu direkter Einsicht auf der Webseite: www.internetmythen.de/ abrufbar.

 

Besuch beim Forum Bellevue des Bundespräsidenten

Gemeinsam mit unseren Fellows haben wir heute an der Diskussionsveranstaltung Forum Bellevue zur Zukunft der Demokratie von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier teilgenommen. „Welche Zukunft? Über Demokratie und Forschritt“ war die achte Veranstaltung der Reihe überschrieben. Der Bundespräsident diskutierte mit Ian McEwan (britischer Schriftsteller), Maren Urner (Professorin für Medienpsychologie an der HMKW in Köln) und Steven Pinker (Professor of Psychology an der Harvard University) über unsere Wahrnehmung der Welt und wie diese unser politisches Handeln und unser Vertrauen in die Demokratie beeinflusst. Auch Kolleg*innen der Forschungsgruppen 13, 14 und 15 waren mit im Schloss Bellevue – die Chance für ein repräsentatives Gruppenbild haben wir uns nicht entgehen lassen.

Weizenbaum meets Nicolas Suzor

Am Dienstag den 26. November kommt Nicolas Suzor ans Weizenbaum-Institut und hält einen Vortrag über „A new social contract for the digital age – the responsibilities of platforms“. Suzor, der an der Queensland University of Technology zu Recht und Digitalen Medien forscht, hat im Sommer sein Buch Lawless veröffentlicht. Darin blickt er auf die aktuellen Probleme des Internets – Missbrauch, Hate Speech, Zensur, Desinformation etc. – und votiert dafür, dem eine positive Version des Internets entgegenzusetzten, in der Menschenrechte gestärkt werden. Um dies zu erreichen muss die „lawless rule of tech“ eingeschränkt werden, wie Nicolas in seinem Vortrag am 26.11 um 13 Uhr am Weizenbaum Institut (Raum C102) darlegen wird. weiterlesen

Die Zähmung der Plattformen – Plattformregulierung aus europäischer und brasilianischer Sicht

Auch in diesem Jahr fanden die Research Days am Weizenbaum Institut statt. Diese sollen dem gemeinsamen Austausch aller Forschungsgruppen und Wissenschaftler am Institut dienen und Impulse zur Weiterentwicklung einer institutsübergreifenden Forschungsagenda setzen. Aus europäischer und brasilianischer Perspektive standen die Herausforderungen der Digitalisierung und die Gefahren für die Demokratie im Mittelpunkt unserer Diskussion. Anknüpfungspunkt waren insbesondere Fake News und Desinformation durch soziale Medien und deren Aushebelung eines demokratischen Rechtsstaates. Wer noch etwas mehr erfahren will, findet einen ausführlichen Bericht hier. weiterlesen