KI und Demokratie: Podiumsdiskussion mit Thorsten

Heute, am 27.04, fand das vom BMBF und der Gesellschaft für Informatik ausgerichtete KI-Camp 2021 statt. Leider nur virtuell, aber mit einem tollen Programm (u.a. eine Keynote von Timnit Gebru) und vielen Möglichkeiten für junge Menschen sich sehr interdisziplinär mit Künstlicher Intelligenz auseinanderzusetzen. Ein Teil davon war auch eine Podiumsdikussion einige Thesen zu KI und Demokratie. Das vom Goethe-Institut organisierte Panel udn von Helen von Schwichow moderierte Panel versammelte neben Thorsten auch noch Ann-Kathrin Koster und Kaan Sahin. Es ging um Auswirkungen der KI auf demokratische Öffentlichkeiten und Wahlen, Regulierungsoptionen udn die nahe und mittlere Zukunft der Entwicklung.  Auf der Seite zum Camp findet ihr weitere Infos und sicher dann auch bald Videomitschnitte und ähnliches: https://kicamp.org/

Zivile Sicherheit im demokratischen Staat: Podiumsdiskussion mit Thorsten

Am 22. und 23. April fand die Konferenz „Zivile Sicherheit im demokratischen Staat“ des Fachdialogs Sicherheitsforschung. Die vom BMBF geförderte Konferenz schloß mit einem zumindest zu 2/3 nicht-virtuellen Podium, auf dem Maja Smoltczyk (Datenschutzbeauftragte Berlin), Ina Schieferdecker (BMBF), Karolin Schwarz (Journalistin), Joseph Vogl (Literaturwissenschaftler) sowie von unserer Seite Thorsten unter der Moderation von Elif Şenel über „Zivile Sicherheit im demokratischen Staat. Krisenerfahrungen und Zukunftsperspektiven“ diskutierten. Die Diskussion griff Themen wie technologische Souveränität und die Entwicklung der Plattformökonomie auf, versuchte vor allem aber auch positiv zu bestimmen, wie und wo Regulierung im Digitalen möglich ist – und stärker angegangen werden sollte.

Vortrag zu digitaler Öffentlichkeit (Basel)

Am 22. April war Thorsten virutell zu Gast beim Institutskolloquium der Universität Basel. Auf Einladung von Stefanie Bailer und Oliver Nachtwey stellte er dort Forschung aus unserem Gruppenkontext zu demokratischen Optionen zur Rejustierung digitaler Öffentlichkeit vor. Thorstens Beitrag beschloss die kleine Reihe von Kolloquiumsvorträgen in Basel, wo zuvor im Semester schon Paolo Gerbaudo udn Anita Gohdes zu Demokratie und Digitalisierung gesprochen hatten.

Kolloquium mit Halina Bause

Zu Gast in unserem Kolloquiums in dieser Woche war Halina Bause von der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Gemeinsam diskutierten wir ihr Manuskript „Politische Social-Media-Influencer als Meinungsführer“ (im Erscheinen). In Halinas Beitrag geht es darum, politische Social-Media-Influencer*innen als neue Art politischer Akteur*innen von Journalist*innen und Meinungsführer*innen abzugrenzen und ihre Rolle in der Politik Sozialer Medien herauszustellen. Ihre Definition von politischen Social-Media-Influencer*innen auf Basis einer systematischen Literaturanalyse soll sie zukünftiger empirischer Forschung zugänglich machen. Wir bedanken uns bei Halina für die spannende Diskussion!

Thorsten als Vertretungsprofessor in Erfurt

Mit dem heute beginnenden Sommersemester gibt es eine kleine temporäre Veränderung im Digidem-Team: Unser Forschungsgruppenleiter Thorsten Thiel ist für dieses Semester Vertretungsprofessor für Vergleichende Regierungslehre an der Universität Erfurt. Neben einer Vorlesung „Einführung in die Analyse politischer Systeme“ wird er dort drei Seminare halten: Im Bachelor geht es um Die digitale Transformation der Demokratie und um Europäische Demokratie: Idee, Institutionen, Widersprüche; im Master um Die demokratische Regulierung von Öffentlichkeit. Durchaus Themen, die wir auch hier in Berlin bearbeiten.

WZB-Mitteilungen Nr. 171: Von Computern und Menschen

Die neueste Ausgabe der WZB-Mitteilungen wurde heute veröffentlicht: Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe mit dem Titel „Von Computern und Menschen. Die digitalisierte Gesellschaft“ sind digitale Themen wie Desinformation, Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie, Big Data und Digitale Souveränität. Unsere Forschungsgruppe hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, in diese Ausgabe, welche unser Kernthema im Titel trägt, mehrere Aufsätze einzubringen:  Jeanette, Sebastian und Thorsten sind mit gleich drei Artikeln vertreten. Auch die anderen Wissenschaftler*innen des Weizenbaum-Instituts haben fleißig zu dieser spannenden Ausgabe mit beigetragen. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre!

Im Folgenden die Aufsätze aus unserer Forschungsgruppe:

Buchbeitrag von Thorsten: Anonymity – The Politicisation of a Concept

Im kalifornischen punctum Verlag ist das „Book of Anonymity“ erschienen, zu dem Thorsten ein Kapitel mit dem Titel „Anonymity: The Politicisation of a Concept“ beigesteuert hat (Abstract s. unten). Der Band geht zurück auf das Forschungsprojekt Re-configuring Anonymity und unterhält neben Thorstens Beitrag unter anderem auch noch Texte von Götz Bachmann, Solon Barocas, Michi Knecht, Gertrud Koch, Julien McHardy, Helen Nissenbaum und Nils Zurawski. Das gesamte Buch ist Open Access, fantastisch gestaltet und enthält eine Menge unterschiedliche Perspektiven aus wissenschaftlicher, aktivistischer und künstlerischer Warte. Gerade weil Anonymität ein zwar populäres, aber doch erstaunlich selten wissenschaftlich beleuchtetes Thema ist, lohnt sich ein Blick sehr. Hier geht es zur Verlagsseite, wo es auch das Buch zu kaufen gibt und hier gibt es einfach nur das PDF.

Abstract

The chapter traces the changes undergone by anonymity – and by the discourses surrounding it – in liberal Western societies. I will ask whether the current politicization of the issue is likely to have any impact on the gradual disappearance of opportunities for anonymity and argue that anonymity is an ambivalent but critical feature of the democratic public sphere. The argument proceeds in three stages. I begin with a number of conceptual observations on anonymity. From these, a heuristic framework emerges with which the changes in anonymous communication, and in the role this communication plays in society, can be described. I then analyse the extent to which options for anonymity have been affected by the revolution in ICTs and conclude by considering how anonymity is framed in public discourse.

Fellowship: Wir begrüßen Lisa-Maria Neudert und Martin Seeliger

(Copyright Foto von Seeliger: A. Dünkelmann)
In diesem Monat begrüßen wir zwei neue Fellows in unserer Forschungsgruppe: Lisa-Maria Neudert vom Oxford Internet Institute und Martin Seeliger von der Universität Hamburg.

Lisa-Maria Neudert ist Doktorandin am Oxford Internet Institute und beschäftigt sie sich mit der Regulierung von Plattformen, ein besonderer Fokus liegt dabei auf Governance rund um KI, Content-Moderation und Desinformation.

Martin Seeliger promovierte am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg.

Lisa-Maria und Martin werden bis einschließlich Mai in unserer Forschungsgruppe zu Gast sein. Herzlich willkommen!

Kolloquium mit Michael Seemann

Diese Woche hatten wir Michael Seemann in unserem Kolloquium zu Gast und haben mit ihm über die Macht der Plattformen gesprochen. Was sind überhaupt Plattformen? Was kennzeichnet ihre Macht? Und erleben wir gerade einen digitalen Postkapitalismus? Diese und viele weitere Fragen konnten wir gemeinsam diskutieren. Spannende Antworten dazu gibt es auch in Seemanns neuem Buch Die Macht der Plattformen. Politik in Zeiten der Internetgiganten, das im Mai erscheint.

Weizenbaum Colloquium with Irina Kalinka

This week’s issue of Weizenbaum Colloquium was held by our fellow Irina Kalinka, who presented us her dissertation topic „The Political Imaginary of User democracy“.

Contemporary debates about the political impact of digital platforms in the West often revolve around a central, limiting dichotomy: Does digital media revitalize or hurt democracy? Irina’s dissertation project instead shifts the focus to the normative conceptualizations of democracy that are embedded within the platforms themselves. How do they define citizenship, „healthy“ public discourses and the associated practices and pedagogies? Irina understands these underlying assumptions and efforts as the political imaginary of „User Democracy“. She criticizes this notion of democracy, in which subjects are encouraged to imagine themselves as ‚citizen-users‘ of the digital public space provided by platforms. In contrast, she argues for an emancipatory understanding of democracy rooted in the political ethos of (digital) agonism, which emphasizes that popular sovereignty is not an object to be facilitated from above, but a continuous, collective process of struggle around what it means to be in common with others.

Thank you very much, Irina, for your insightful presentation and the subsequent fruitful discussion!