DVPW-Kongress 2021: Warum (noch) wählen? Demokratie und die Digitalisierung des Demos – Das DigiDem-Panel

Der diesjährige DVPW-Kongress steht an: Vom 14. bis zum 16. September findet der 28. wissenschaftliche Kongress der DVPW unter dem Motto „Wir haben die Wahl! Politik in Zeiten von Unsicherheit und Autokratisierung“ mit zahlreichen Panels, Versammlungen, Lectures und Querschnittsveranstaltungen statt. Hier geht’s zum Programm.

Auch Thorsten und Sebastian werden auf einem der Panel vertreten sein: Thorsten verantwortet gemeinsam mit Andreas Jungherr von der Universität Bamberg am Donnerstag (16. September, 16:30 Uhr) das Panel „Warum (noch) wählen? Demokratie und die Digitalisierung des Demos“ . In dem Panel werden demokratietheoretische Perspektiven und Diskurse in der empirischen Politikforschung zusammengebracht. Es geht es um die datenintensive Vernetzung von Wähler*innen und Repräsentant*innen. Sebastian ist einer der Panelist*innen und wird über „An engine, not a camera: Eine Genealogie der Verdatung des Demos im Lichte repräsentationstheoretischer Überlegungen“ reden. Wir freuen uns sehr über Mitdiskutanten und überhaupt auf den ganzen Kongress!

Vortrag auf der IPSA 2021

Am Freitag dem 15.07.2021 haben  Sebastian und Daniel Staemmler auf dem 26., digital ausgetragenen World Congress of Political Science (IPSA) teilgenommen. Im Panel „Digital Innovation and Open Government: Tools for an Open World?“ ging es mit dem Chair Alberto Bitonti und dem Discussant Wolf Schünemann um die Frage, wie sich im Sinne des Open Government und unter Bedingungen digitaler Innovationen demokratisches Regieren neu und anders denken lässt. In ihrem Vortrag „The Democratic Question in Digital Terms“ haben Sebastian und Daniel darüber gesprochen, welche politischen Imaginäre Civic-Technology-Aktivist*innen antreiben, wie sich diese in digitale Applikationen und Infrastrukturen zur Partizipation oder Demokratie übersetzen und inwiefern sich so Überschneidungen mit wirtschaftlichen und politischen Konzepten der Innovation ergeben.

Vortrag auf der Konferenz „Politische Grundbegriffe im 21. Jahrhundert“

Am Freitag hat Sebastian an der digitalen Konferenz „Politische Grundbegriffe im 21. Jahrhundert“ teilgenommen, die vom Team um Tine Stein an der Universität Göttingen organisiert wurde und am 3. und 4. Juni 2021 stattfand. Unter dem Titel „Hacking the demos? Politische Repräsentation in der digitalen Konstellation“ hat Sebastian verschiedene politiktheoretische Ansätze diskutiert, die eine Krise politischer Repräsentation und eine Rückkehr massenmedialer, populistischer Repräsentationsbeziehungen konzidieren. Dagegen hat er stark gemacht, warum eine techniksensible Perspektive wichtig ist, um die Spezifika politischer Mobilisierung im Kontext von digitalen Plattformen präzise zu erfassen und so eine theoretische Weiterentwicklung politischer Grundbegriffe zu gewährleisten.

 

 

WZB-Mitteilungen Nr. 171: Von Computern und Menschen

Die neueste Ausgabe der WZB-Mitteilungen wurde heute veröffentlicht: Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe mit dem Titel „Von Computern und Menschen. Die digitalisierte Gesellschaft“ sind digitale Themen wie Desinformation, Künstliche Intelligenz, Plattformökonomie, Big Data und Digitale Souveränität. Unsere Forschungsgruppe hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, in diese Ausgabe, welche unser Kernthema im Titel trägt, mehrere Aufsätze einzubringen:  Jeanette, Sebastian und Thorsten sind mit gleich drei Artikeln vertreten. Auch die anderen Wissenschaftler*innen des Weizenbaum-Instituts haben fleißig zu dieser spannenden Ausgabe mit beigetragen. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre!

Im Folgenden die Aufsätze aus unserer Forschungsgruppe:

Neue Publikation: Zur Konstitution der digitalen Gesellschaft

Es gibt eine neue Publikation aus unserer Forschungsgruppe: Sebastian hat gemeinsam mit Daniel Staemmler (Humboldt Universität zu Berlin) im neuen Sammelband „Demokratietheorie im Zeitalter der Frühdigitalisierung“, herausgegeben von Michael Oswald und Isabelle Borucki, den Beitrag „Zur Konstitution der digitalen Gesellschaft. Alternative Infrastrukturen als Element demokratischer Digitalisierung“ veröffentlicht. Am Beispiel des sozialen Mediums „Mastodon“ argumentieren die Autoren, dass auch die Konstitutionsweise digitaler Infrastrukturen politiktheoretisch als Institutionalisierung verstanden werden sollte, was eine Reflektion über die demokratische Qualität der Digitalisierung ermöglicht.

Neue Publikation: Political Opinion Formation as Epistemic Practice. The Hashtag Assemblage of #metwo

Es gibt eine neue Publikation (open access) aus dem Kontext der Gruppe: Unter dem Titel „Political Opinion Formation as Epistemic Practice: The Hashtag Assemblage of #metwo“ untersuchen Ann-Kathrin Koster, Tim König und Sebastian Berg die Nutzung von Hashtags in politischen Praktiken. Entlang einer umfassenden Netzwerkanalyse des Hashtags #metwo auf Twitter argumentieren die AutorInnen, dass diese Assemblagen als Produkt epistemischer Praktiken theoretisch konzipiert und in die Tradition datenbasierter politischer Meinungsbildung gestellt werden können. Welche Konsequenzen sich daraus ableiten lassen, könnt ihr hier nachlesen.

Der Beitrag ist Teil einer tollen, international besetzten Special Issue zum Thema „The Ongoing Transformation of the Digital Public Sphere“ und wurde von Emiliana De Blasio (LUISS University, Italy), Marianne Kneuer (Hildesheim University, Germany), Wolf J. Schünemann (Hildesheim University, Germany) und Michele Sorice (LUISS University, Italy) herausgegeben. Alle Beiträge sind open access und lassen sich hier einzusehen.

 

Jetzt erschienen: Die digitale Konstellation in der ZPol

Der Artikel „Die digitale Konstellation. Eine Positionsbestimmung“ von Sebastian, Niklas und Thorsten, der bereits seit Februar online first verfügbar ist, ist nun auch richtig veröffentlicht: Und zwar der Zeitschrift für Politikwissenschaft (Jahrgang 30, Heft 2, S. 171-191) – natürlich nach wie vor Open Access. Der ganze Band beschäftigt sich mit digitalisierte Demokratie und enthält neben unserem Beitrag auch noch viel weiteres Lesenswertes (zum ganzen Inhaltsverzeichnis: hier).

In dem Aufsatz machen wir einen Vorschlag für eine andere Form der politikwissenschaftlichen Auseinandersetzung  mit Digitalisierung, indem wir breit rezipierte Diagnosen der digitalen Gesellschaft in Nachbardisziplinen wie der Soziologie und Rechtswissenschaft (Baecker, Nassehi, Reckwitz, Stalder und Vesting) rekonstruieren und daraus eine Forschungsperspektive auf demokratietheoretische Fragen herleiten.

CfP: Politische Theorie der digitalen Konstellation

Unter dem Titel “Politische Theorie der digitalen Konstellation“ geben Sebastian und Thorsten gemeinsam mit Daniel Staemmler (FU Berlin) ein Sonderheft der Zeitschrift für Politikwissenschaft (ZPol) heraus. Dieses widmet sich in theoretischen Perspektiven dem Zusammenhang von Politik und Digitalisierung. Die Beiträge sollen sich in diachroner Rekonstruktion, synchroner Analyse und normativer Perspektive kritisch mit dem Verhältnis von politischer Theorie und Digitalisierung auseinandersetzen, vorhandene normative Positionen reflektieren und die Erkenntnisse anderer Disziplinen – etwa den Science & Technology Studies oder der Technikphilosophie – in die politikwissenschaftliche Forschung integrieren, um so zu einer Politischen Theorie der digitalen Konstellation beitragen. Den ausführlichen Call for Papers findet ihr hier in deutscher oder englischer Sprache.

Für das Sonderheft erbitten wir bis zum 30. September 2020 Beitragsvorschläge in Form von extended abstracts mit max. 800 Wörtern (deutsch oder englisch). Nach einer ersten Kommentierung und Auswahlentscheidung durch die Herausgeber müssen die vollständigen Beiträge bis zum 30. Januar 2021 vorliegen. Die Beiträge gehen daraufhin in ein Double-Blind-Peer-Review-Verfahren und erscheinen bei erfolgreicher Begutachtung online first im Laufe des Jahres 2021. Beitragsvorschläge werden erbeten an: zpol.digitheo@wzb.eu

Artikel: Krisen-Experiment

In den jüngsten WZB-Mitteilungen wird unter der Überschrift „Neue Verhältnisse“ über die Corona-Pandemie und ihre gesellschaftlichen Folgen nachgedacht. Wir als Forschungsgruppe „Demokratie und Digitalisierung“ haben auch über das Thema geschrieben. Der Artikel „Krisen-Experiment. Wie der Hackathon #WirVsVirus neue Formen demokratischer Beteiligung erprobt“ ist ab sofort im Heft oder hier als PDF abrufbar. Mitgeschrieben haben: Sebastian Berg, Rebecca-Lea Korinek, Veza Clute-Simon, Niklas Rakowski und Thorsten Thiel. In dem Artikel untersuchen wir exemplarisch die Initiative #WirVsVirus als eine Form experimenteller Krisenpolitik, die es ermöglicht, partizipativ – und digital vermittelt – „Krisengemeinschaften“ zu bilden. Hierbei debattieren wir, wie sich in der Corona-Pandemie auch Demokratisierungsoptionen eröffnen und argumentieren, dass durchaus neue Möglichkeiten der Institutionalisierung beteiligungsoffener zivilgesellschaftlicher Lösungen an der Schnittstelle von Gesellschaft und Staat entstehen.

Neben unserem Beitrag gibt es noch viel weiteres Lesenswertes im Heft. Besonders ans Herz legen wollen wir euch natürlich die Beiträge unserer direkten Kolleg*innen am Weizenbaum-Institut: Jeanette Hofmann mit einer Infrastruktur-Perspektive auf die Corona-App (PDF), Rainer Rehak zu Datenschutzrisiken der App (PDF) und Florian Eyert zum Zusammenhang von Epidemie und Modellierung (PDF).

 

Die digitale Konstellation erschienen – online first

Der von Sebastian, Thorsten und Niklas gemeinsam geschriebene Artikel „Die digitale Konstellation. Eine Positionsbestimmung“ ist jüngst – online first und open access – in der Zeitschrift für Politikwissenschaft erschienen. In dem Artikel diskutieren wir politikwissenschaftliche Versuche, Digitalisierung demorkatietheoretisch zu erfassen, kontrastieren diese zu den gegenwärtig sehr  breit rezipierten Diagnosen der digitalen Gesellschaft in Nachbardisziplinen wie der Soziologie und Rechtswissenschaft (Baecker, Nassehi, Reckwitz, Stalder und Vesting) – um dann einen eigenen Vorschlag zu unterbreiten, wie eine in der Politikwissenschaft anschlussfähige Perspektive mittels des Konzepts der „digitalen Konstellation“ aussehen könnte. Alle Informationen zum Text findet ihr hier, die PDF in ihrer veröffentlichen Fassung hier und die Abstracts auch nochmal unter dem Strich. Weiterlesen