Feministische Theorien der Digitalisierung – feministische Theorien der Demokratie

Freitag, 15. Oktober 2021, 10:00 - 16:00 Uhr 
WZB, Raum A310

Der interdisziplinäre Workshop mit Francesca Schmidt und Katharina Hoppe widmete sich feministischen Perspektiven auf Digitalisierung. Diese haben eine lange Tradition: Schon in den 80er-Jahren imaginierten Cyberfeministinnen, wie uns neue Technologien aus der binären Geschlechterordnung befreien könnten. Heutzutage gehören Feministinnen zu den Stimmen, die oft besonders früh und nachdrücklich auf die potentiell herrschaftsverstärkenden Effekte der unreflektierten bzw. unregulierten Anwendung digitaler Technologien hinweisen, beispielsweise im Kontext von Hate Speech, Überwachung oder algorithmischer Entscheidungssysteme. Diese historische Entwicklung, sowie die unterschiedlichen Arten und Weisen, wie Feminist*innen über digitale Technologien, deren Auswirkungen auf Macht und Herrschaft und das Verhältnis zur Demokratie nachdenken, wollen wir auch in der Auswahl unserer Texte abbilden.

Weizenbaum Colloquium with Irina Kalinka

Tuesday, 23rd of February 2021, 2 pm – 3 pm
Weizenbaum-Institut, online

The upcoming issue of Weizenbaum Colloquium will be held by our fellow Irina Kalinka, who will give a presentation with the the title „The Political Imaginary of User Democracy“, based on her dissertation topic:

Contemporary debates about the political impact of digital platforms in the West often revolve around a central, limiting dichotomy: Does digital media revitalize or hurt democracy? This project shifts the focus to show how digital platforms are not only facilitators – of both democratic and anti-democratic endencies – but also engender their own normative conceptualization of democracy. This includes defining what information is in the public interest, what constitutes “healthy” public discourse, and what are good citizenship practices and pedagogies. What emerges from such efforts is a political imaginary I call ‘User Democracy.’

User Democracy is informed by a technocratic understanding of politics, including the valorization of data and automation, predictability, and systematization. Community and popular sovereignty are here imagined as operational and, thus, potentially programmable, which devalues the need for political contestation, inherent in questions of history, justice, and equality, to play out in a truly public setting. Instead, digital public life is facilitated for political subjects through the ‘service’ of interface-design, algorithmic filters, or user manuals. Under this framework, democracy is seen as a project of optimization and management, not common struggle. Subjects are encouraged to imagine themselves as ‚citizen-users‘ of the service of digital public space, where citizenship is an improvable and quantifiable skill – instead of a shared responsibility.

This dissertation, in contrast, argues for an emancipatory understanding of democracy rooted in the political ethos of (digital) agonism, which emphasizes that popular sovereignty is not an object to be facilitated from above, but a continuous, collective process of struggle around what it means to be in common with others.

If you are interested in attending the Weizenbaum Colloquium, please send us a mail (digidem@wzb.eu) and we will provide you with a link to the conference.

POLKOMM21: Meinungsbildung und Meinungsmacht in dissonanten Öffentlichkeiten

Freitag, 12. Februar 2021
Weizenbaum-Institut, online (hybrides Format)

Am 12. Februar 2021 findet die POLKOMM21, die gemeinsame Jahrestagung der Fachgruppe „Kommunikation und Politik“ der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), des Arbeitskreises „Politik und Kommunikation“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Fachgruppe „Politische Kommunikation“ der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM) statt. Das Thema der von uns mitorganisierten und am Weizenbaum (hybrides Format) stattfindenden Tagung lautet „Meinungsbildung und Meinungsmacht in dissonanten Öffentlichkeiten“. Der Fokus liegt auf der durch die Transformation digitaler Öffentlichkeiten erhöhten Komplexität von Prozessen der Meinungsbildung und des Kampfes um Deutungsmacht. Weitere aktuelle Informationen und die inhaltlichen Schwerpunkte der Tagung finden sich auf der Tagungswebsite.

Colin J. Bennett: Privacy and Data-Driven Elections

Donnerstag/Freitag, 03/04. September 2020, 17:00 - 19:00 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A104

Together with Professor Colin J. Bennett from the University of Victoria (Canada) our research group hosted a two-day online workshop on the topic of Privacy and Data-Driven Elections. We know that privacy is important for democracy. Until recently, we have known relatively little about how privacy has been compromised by democracy – by the agents that seek to mobilize, engage and encourage us to vote – or not to vote. That situation has obviously changed, rapidly and dramatically. The publicity about the activities of Cambridge Analytica (CA) and the harvesting of Facebook data through third party applications have achieved extraordinary global prominence. Together with Professor Colin J. Bennett, co-author of the report „Privacy, Voter Surveillance and Democratic Engagement“ (PDF) we spoke about the macro-effects of data-driven elections and micro-targeting and how they have surfaced in different democratic countries. Aditionally we explored the various policy solutions for the regulation of data-driven elections protection, the various roles for advocates, NGOs and different national regulators and potential future research opportunities for social scientists and legal scholars.

Das Demokratieprinzip im Grundgesetz

Freitag, 31. Januar 2020, 10:00 - 16:00 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A104

Art. 20 Abs. 1 GG erklärt Demokratie zum Strukturprinzip deutscher Staatlichkeit. Vom Bundesverfassungsgericht wird es besonders dann gerne in Anschlag gebracht, wenn es gilt, Demokratiedefizite der Europäischen Union auszumachen. Denn erst ein hinreichendes demokratisches Legimationsniveau eröffne die Möglichkeit einer weitergehenden europäischen Integration. Doch wie müssen solche Legitimationsketten ausgestaltet sein und wer ist legitimierendes Subjekt im verfassungsrechtlichen Sinn? In Ermangelung einer einheitlichen theoretischen Grundlegung, lässt sich das Demokratieverständnis von Verfassung und Verfassungsgericht nur fragmentarisch rekonstruieren. Im Workshop „Das Demokratieprinzip im Grundgesetz“ möchten wir uns der Problematik aus vier Perspektiven nähern.

Experimentelle Räume für digitale Kompetenzen, Civic Tech und die Politisierung der Technologie

Donnerstag, 16. Januar 2020, 17.00 - 20.00 Uhr 
Berlin Open Lab
Einsteinufer 43, 10587 Berlin

Wie müssen Räume beschaffen sein, in denen mit digitalen Technologien experimentiert wird, diese erfahren und weiterentwickelt werden? Wie können wir Zugang zu und Wissen um digitale Technologien ermöglichen, und vor allem Wege schaffen, diese zu gestalten, sie weiterzuentwickeln und damit zu experimentieren? In kollaborativen Räumen und Formaten der Auseinandersetzung, des Lernens und Lehrens und der demokratischen Partizipation wird die digitale Transformation ausgehandelt und danach gefragt, welche digitalen Zukünfte wir erschaffen und Teil von sein wollen. Einige Initiativen wie das CityLAB Berlin, bUm_Raum für engagierte Zivilgesellschaft, das Verschwörhaus und KiezDigital arbeiten mit Bürger*innen und Communities auf lokaler Ebene und gemeinwohlorientiert zusammen. Im Werkstattgespräch wollen wir gemeinsam danach fragen, welche Formate und Strategien sich bewährt haben, offen über Schwierigkeiten, Erfolge und Erkenntnisse sprechen und einen Raum für kollektives Lernen schaffen. Sie sind herzlich eingeladen, am Gespräch teilzunehmen!

Roberto Frega: Pragmatism and the Wide View of Democracy 

Dienstag, 03. Dezember 2019, 10.00 - 12.30 Uhr 
Weizenbaum Institut, Raum A 106 Policy Brief
Zusammen mit dem Buchautor Roberto Frega hatten wir die Gelegenheit über die Demokratie als ein umfassendes gesellschaftliches Projekt und nicht nur politischen Regimes zu diskutieren. Sein aktuelles Werk „Pragmatism and the Wide View of Democracy“ beschäftigt sich Frega mit der Sichtweise einer Demokratie in einem breiteren normativen Rahmen zu denken. Besonders stützt er sich dabei auf den amerikanischen Pragmatismus und der kritischen Theorie. Gemeinsam diskutierten wir über wichtige Vorschläge für die soziale Demokratie und dem demokratischen Experimentalismus und stellten dabei die besondere Notwendigkeit des Pragmatismus heraus. Damit soll die Grenze zwischen den verschiedenen Akteuren verwischt und der Öffnung des Bereichs der Öffentlichkeit gedient werden.  

Julian Jaursch: Regulatorische Reaktionen auf Desinformation

Dienstag, 27 November 2019, 11.00 - 12.30 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A106
Policy Brief

Was tut Deutschland, und was die EU, um gegen manipulative Meinungsmache auf digitalen Plattformen vorzugehen? Diese Frage haben wir gemeinsam mit Julian Jaursch von der Stiftung Neue Verantwortung beim uns am Weizenbaum Institut diskutiert. Jaursch ist Autor eines jüngst veröffentlichten Policy Papers zu Regulatorischen Reaktionen auf Desinformation. Desinformation ist nicht durch digitale Medien entstanden, aber Microtargting, Personalisierung und Netzwerkeffekte erleichtern ihre Verbreitung. Bei der Problematik der Desinformation geht es ferner nicht einfach um eine falsch verbreitete Information. Das Thema berührt Fragen der Meinungsfreiheit, der Datenmacht der Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken und deren aufmerksamkeitsgetriebene Funktionslogik ebenso wie die Frage nach der Rolle journalistischer Gatekeeper. Um Desinformation entgegenzuwirken braucht es daher nicht nur restriktive Regulierung gegen solche Inhalte, sondern vor allem auch solche regulatorrischen Maßnahmen, die es Nutzer*innen sozialer Netzwerke ermöglichen, frei und unabhängig online eine eigene Meinung zu bilden.

Nicolas Suzor: A new social contract for the digital age – the responsibilities of platforms

Dienstag 26. November 2019, 13.00 - 14.30 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum C102
Veranstaltungswebsite

Rampant abuse, hate speech, censorship, bias, and disinformation – our Internet has problems. It is governed by technology companies – search engines, social media platforms, content hosts, and infrastructure providers – whose rules influence what we are allowed to see and say. These companies govern our digital environment, but they are also subject to pressure from governments and other powerful actors to censor and control the flow of information online. As governments around the world grapple with how to regulate digital media platforms, it’s clear that big changes are coming. We are now at a constitutional moment – an opportunity to rethink the basic rules of how the Internet is governed. Can we build a vibrant, diverse, and flourishing internet that can promote fundamental human rights? Nicolas Suzor argues that, if we care about the future of our shared social spaces, we need a new constitutionalism: real limits on how power is exercised online.

ipb-Jahrestagung 2019 – Soziale Bewegungen im digitalen Zeitalter

Freitag/Samstag, 15./16. November 2019
Weizenbaum-Institut, Raum A104
Website
Konferenzprogramm

Die diesjährige Jahrestagung des IPB widmet sich den Herausforderungen und Chancen für Pro­teste und Bewegungen im digitalen Zeitalter. Gemeinsam fragen wir: Wie müssen wir Protest im digitalen Kontext verstehen? Wodurch unter­scheiden und wie ergänzen sich Organisierung und Mobilisierung online und offline? Trägt die Struktur digitaler Plattformen dazu bei, dass besonders reaktionäre Bewegungen profitieren? Wie können digitale Räume emanzipatorische Politikansätze stärken? Welche methodischen und empirischen Herausforderungen sind mit der Erforschung von Bewegungen und Protest im Netz verbunden?