Experimentelle Räume für digitale Kompetenzen, Civic Tech und die Politisierung der Technologie

Donnerstag, 16. Januar 2020, 17.00 - 20.00 Uhr 
Berlin Open Lab
Einsteinufer 43, 10587 Berlin

Wie müssen Räume beschaffen sein, in denen mit digitalen Technologien experimentiert wird, diese erfahren und weiterentwickelt werden? Wie können wir Zugang zu und Wissen um digitale Technologien ermöglichen, und vor allem Wege schaffen, diese zu gestalten, sie weiterzuentwickeln und damit zu experimentieren? In kollaborativen Räumen und Formaten der Auseinandersetzung, des Lernens und Lehrens und der demokratischen Partizipation wird die digitale Transformation ausgehandelt und danach gefragt, welche digitalen Zukünfte wir erschaffen und Teil von sein wollen. Einige Initiativen wie das CityLAB Berlin, bUm_Raum für engagierte Zivilgesellschaft, das Verschwörhaus und KiezDigital arbeiten mit Bürger*innen und Communities auf lokaler Ebene und gemeinwohlorientiert zusammen. Im Werkstattgespräch wollen wir gemeinsam danach fragen, welche Formate und Strategien sich bewährt haben, offen über Schwierigkeiten, Erfolge und Erkenntnisse sprechen und einen Raum für kollektives Lernen schaffen. Sie sind herzlich eingeladen, am Gespräch teilzunehmen!

AG Politische Theorie der digitalen Konstellation

Freitag/Samstag, 25./26. Oktober 2019
Center for Advanced Internet Studies, Bochum
Website

Im Oktober startet am CAIS in Bochum die von Sebastian Berg und Daniel Staemmler (FU Berlin) eingeworbene AG „Politische Theorie der digitalen Konstellation – forschungsprogrammatische Überlegungen zu Herrschaft und Widerstand“. Die Arbeitsgruppe bringt Nachwuchswissenschaftler*innen aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, die auf dem jungen Feld der Digitalisierungsforschung und mit Bezug zur politischen Theorie promovieren.  Im Fokus stehen politische Theorien und die Ideengeschichte der Digitalisierung: Inwiefern werden implizite gesellschaftstheoretische Grundannahmen der politischen Theorie affiziert und welche systematischen Implikationen ergeben sich daraus für die jeweiligen Theorien? Wie kann die politische Theorie gehaltvoll zu Phänomenen der Digitalisierung sprechen, während sie einerseits die veränderten Bedingungen reflektiert, andererseits ihre normativen Prämissen beibehält? Die AG möchte diese Überlegungen entlang der Dichotomie von Herrschaft und Widerstand als einer der klassischen Leitdifferenzen des politischen Denkens nachverfolgen.

Anna-Verena Nosthoff

https://www.weizenbaum-institut.de/portrait/p/anna-verena-nosthoff/

Anna-Verena Nosthoff ist Doktorandin am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und Dozentin am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien. Ihre akademische Forschung beschäftigt sich u.a. mit Digitalisierung und Demokratie, algorithmischer Gouvernementalität und der Kybernetisierung des Politischen. Im Rahmen ihres Fellowships am Weizenbaum-Institut arbeitete sie an einem Buch über die “Gesellschaft der Wearabes” (Nicolai Publishing & Intelligence, 2019, mit Felix Maschewski) und der theoretischen Kontextualisierung von überwachungskapitalistischer Herrschaft und kybernetischer Regierung.

Exposeklausur in Chorin

Zwei Tage haben wir gemeinsam mit Jeanette Hofmann und unserer Schwestergruppe “Quantifizierung und gesellschaftliche Regulierung” über aktuelle Forschungsprojekte und Dissertationsexposes der Doktoranden diskutiert. Viel Input und zwischen den Sessions nette Gespräche und Abkühlung im See – schön wars!

Fellowship von Anna-Verena Nosthoff

Anna-Verena Nosthoff ist von heute bis Ende Oktober Research Fellow in unserer Forschungsgruppe. Sie ist Doktorandin am Institut für Soziologie der Universität Freiburg und Dozentin am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien. Ihre akademische Forschung beschäftigt sich u.a. mit Digitalisierung und Demokratie, algorithmischer Gouvernementalität und der Kybernetisierung des Politischen. Herzlich Willkommen!

Lektüreworkshop: Repräsentation & Demokratie

Letzten Freitag hat die Forschungsgruppe ihre Reihe der  interdisziplinären Lektüreworkshop fortgesetzt. Gemeinsam mit unseren ExpertInnen Marina Matinez Mateo (Frankfurt) und Michel Dormal (Aachen) haben wir an der Diskussion um die Rolle von Repräsentation für Demokratie angesetzt und diese zum Anlass genommen, klassische und aktuelle Texte demokratischer Repräsentationstheorie erneut zu befragen und kritisch zu diskutieren. Die Leitfragen hierbei waren: Was ist demokratische Repräsentation und welche Funktionen kann sie für die Demokratie leisten? Wie werden Partizipation und Minderheitenpositionen in Rerpräsentationsprozessen inkludiert? Und welche Rolle spielt bei alldem die zunehmende Digitalisierung der Politik? Wir hatten erneut eine sehr angeregte Diskussion um die praktische Notwendigkeit und theoretische Reflektion  digitaler Medien in Repräsentationsprozessen, den Wandel demokratischer Formen oder die paritätische Quotierung von Wahllisten.

Repräsentation & Demokratie

Freitag, 05. Juli 2019, 10:00 - 16:00 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A104

Der interdisziplinäre Lektüreworkshop mit Marina Matinez Mateo und Michel Dormal setzte an der Diskussion um die Rolle von Repräsentation für Demokratie an und nahm diese zum Anlass, klassische und aktuelle Texte demokratischer Repräsentationstheorie erneut zu befragen und kritisch zu diskutieren. Die Leitfragen hierbei waren: Was ist demokratische Repräsentation und welche Funktionen kann sie für die Demokratie leisten? Wie werden Partizipation und Minderheitenpositionen in Rerpräsentationsprozessen inkludiert? Und welche  Rolle spielt bei alldem die zunehmende Digitalisierung der Politik? 

Workshop: Civic Tech und politisches Handeln in der digitalen Konstellation

Um die Rolle von Civic Tech in der digitalen Zivilgesellschaft und den Wandel politischen Handelns in der digitalen Konstellation besser zu verstehen, haben wir neben Wissenschaftler*innen aus ganz Deutschland auch Aktivist*innen und Entwickler*innen digitaler Demokratie-Tools zum Workshop „Die demokratische Frage neu gestellt? Civic Tech und politisches Handeln in der digitalen Konstellation“ eingeladen. Unter anderem gaben Vertreter*innen von Liquid Democracy, WeLobby, FragDenStaat, Kleiner Fünf, Democracy Deutschland und HateAid Einblick in ihre tägliche Arbeit.

In den drei Tracks Informierte Öffentlichkeit, Deliberation & Partizipation und Populismus entwickelten sich lebhafte Diskussion, etwa über die zugrundeliegenden Demokratieverständnisse oder ob sich vermeintliche Repräsentationsdefizite allein durch bessere Kommunikationsangebote zwischen Wähler*innen und Gewählten überwinden lassen.

Dabei wurde deutlich, wie sehr beide Perspektiven voneinander profitieren können: Entwickler*innen von digitalen Anwendungen gewinnen durch den Dialog mit der Forschung eine wissenschaftlichen Reflexionsebene, Forscher*innen können theoretische Ansätze mit praktischen Erfahrungen verknüpfen. Gemeinsam lassen sich so fundiertere Aussagen über digitale Partizipationsformen, den Wandel der digitalisierten Öffentlichkeit oder auch den Umgang mit der populistischen Herausforderung der Demokratie treffen.

Eine Fortsetzung des Austausches ist bereits in Planung.

— Update: Ein Bericht über den Workshop ist auch im Jahresbericht 2018/19 des Weizenbaum-Instituts erschienen. Den Workshopartikel könnt ihr hier als PDF einsehen, den ganzen Jahresbericht findet ihr hier

Die demokratische Frage neu gestellt? Civic Tech und politisches Handeln in der digitalen Konstellation

Freitag, 7. Juni 2019,  10:00 - 16:00 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A104-105

Im Diskurs über Gefahren und Potenziale digitaler Technologien für Gesellschaft und Demokratie richtet sich das Augenmerk regelmäßig auf private Intermediäre und staatliche Akteure. Die Bedeutung der Zivilgesellschaft, ihrer digitalen Pioniere und das der Demokratie innewohnende Innovationspotenzial, über ihre eigene Verfasstheit zu bestimmen, werden demgegenüber seltener untersucht. Dieser in Zusammenarbeit mit Betterplace.lab erarbeitete Workshop brachte Wissenschaftler*innen aus ganz Deutschland in Kontakt mit insgesamt elf teilnehmenden zivilgesellschaftlichen Initiativen, die digitale Demokratietools entwickeln (etwa Liquid Democracy, Frag-den-Staat, TraceMap, Hate Aid). Gemeinsame wurden Möglichkeitsräume ausgelotet, Demokratie in einer vernetzten Gesellschaft neu zu denken und zu gestalten.