Neue Publikation: Political Opinion Formation as Epistemic Practice. The Hashtag Assemblage of #metwo

Es gibt eine neue Publikation (open access) aus dem Kontext der Gruppe: Unter dem Titel „Political Opinion Formation as Epistemic Practice: The Hashtag Assemblage of #metwo“ untersuchen Ann-Kathrin Koster, Tim König und Sebastian Berg die Nutzung von Hashtags in politischen Praktiken. Entlang einer umfassenden Netzwerkanalyse des Hashtags #metwo auf Twitter argumentieren die AutorInnen, dass diese Assemblagen als Produkt epistemischer Praktiken theoretisch konzipiert und in die Tradition datenbasierter politischer Meinungsbildung gestellt werden können. Welche Konsequenzen sich daraus ableiten lassen, könnt ihr hier nachlesen.

Der Beitrag ist Teil einer tollen, international besetzten Special Issue zum Thema „The Ongoing Transformation of the Digital Public Sphere“ und wurde von Emiliana De Blasio (LUISS University, Italy), Marianne Kneuer (Hildesheim University, Germany), Wolf J. Schünemann (Hildesheim University, Germany) und Michele Sorice (LUISS University, Italy) herausgegeben. Alle Beiträge sind open access und lassen sich hier einzusehen.

 

We´re hiring!

Wenn du unser fantastisches Team unterstützen möchtest und für Fragen der gesellschaftlichen Folgen von Digitalisierung für die Demokratie mit besonderer Affinität zu Fragen der Politischen Theorie brennst, dann bist du bei uns genau richtig! Wir suchen eine wissenschafltiche Hilfkraft ab Mitte September. Alle Infos zum Bewerbungsverfahren unter dem Strich.

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Artikel: Krisen-Experiment

In den jüngsten WZB-Mitteilungen wird unter der Überschrift „Neue Verhältnisse“ über die Corona-Pandemie und ihre gesellschaftlichen Folgen nachgedacht. Wir als Forschungsgruppe „Demokratie und Digitalisierung“ haben auch über das Thema geschrieben. Der Artikel „Krisen-Experiment. Wie der Hackathon #WirVsVirus neue Formen demokratischer Beteiligung erprobt“ ist ab sofort im Heft oder hier als PDF abrufbar. Mitgeschrieben haben: Sebastian Berg, Rebecca-Lea Korinek, Veza Clute-Simon, Niklas Rakowski und Thorsten Thiel. In dem Artikel untersuchen wir exemplarisch die Initiative #WirVsVirus als eine Form experimenteller Krisenpolitik, die es ermöglicht, partizipativ – und digital vermittelt – „Krisengemeinschaften“ zu bilden. Hierbei debattieren wir, wie sich in der Corona-Pandemie auch Demokratisierungsoptionen eröffnen und argumentieren, dass durchaus neue Möglichkeiten der Institutionalisierung beteiligungsoffener zivilgesellschaftlicher Lösungen an der Schnittstelle von Gesellschaft und Staat entstehen.

Neben unserem Beitrag gibt es noch viel weiteres Lesenswertes im Heft. Besonders ans Herz legen wollen wir euch natürlich die Beiträge unserer direkten Kolleg*innen am Weizenbaum-Institut: Jeanette Hofmann mit einer Infrastruktur-Perspektive auf die Corona-App (PDF), Rainer Rehak zu Datenschutzrisiken der App (PDF) und Florian Eyert zum Zusammenhang von Epidemie und Modellierung (PDF).

 

Thorsten Thiel & Adriana Groh: Demokratie, Civic Tech und die Corona-Krise (Weizenbaum im HomeOffice Podcast)

In der Podcast-Reihe „Weizenbaum im HomeOffice“ sind Thorsten Thiel und Adriana Groh (Prototype Fund, Code for Germany) von Sascha Friesike zum Thema Demokratie in der Corona-Krise interviewt wurden. Ein einstündiges Gespräch über die Frage, welche längerfristigen Auswirkungen die Pandemie auf den Formwandel der Demokratie haben könnte und welche Bedeutung dem #WirvsVirus-Hackathon, den Adriana federführend mitorganisiert hat, zukommt. Viel Spaß beim Hören!

Weizenbaum im HomeOffice Podcast: Demokratie, Civic Tech und die Corona-Krise

In der Podcast-Reihe „Weizenbaum im HomeOffice“ sind Thorsten Thiel und Adriana Groh (Prototype Fund, Code for Germany) von Sascha Friesike zum Thema Demokratie in der Corona-Krise interviewt wurden. Ein einstündiges Gespräch über die Frage, welche längerfristigen Auswirkungen die Pandemie auf den Formwandel der Demokratie haben könnte und welche Bedeutung dem #WirvsVirus-Hackathon, den Adriana federführend mitorganisiert hat, zukommt. Viel Spaß beim Hören!

Aufsatz: Widerstand und die Formierung von Ordnung in der digitalen Konstellation

Thorsten und Sebastian haben einen neuen Aufsatz veröffentlicht zum Thema „Widerstand und die Formierung von Ordnung in der digitalen Konstellation“ (Open Access). Der Beitrag leistet einen systematisierenden Vergleich von Widerstandsformen in der digitalen Konstellation – von oppositioneller Netzpolitik über Hacktivismus zur Bereitstellung alternativer Infrastrukturen –, aus der heraus die Dynamik von Ordnung und Widerstand erfasst und theoretisch reflektiert wird. Hieraus erwächst eine Kritik der Formierung von Herrschaft in der Gegenwart, welche die depolitisierende Restrukturierung von Handlungs- und Möglichkeitsräumen für gesellschaftliche Akteur*innen im Umgang mit digitaler Technik herausarbeitet. Der Beitrag ist Teil des von Robin Celikates und Frauke Höntzsch herausgegegebenen Sonderhefts der Zeitschrift für Politische Theorie (ZPTh) zum Thema „Widerstand, transnational„. Der Artikel ist hier als PDF verfügbar.

 

Aufsatz: Demokratie in der digitalen Konstellation

Von Thorsten gibt es einen neuen Open Access Beitrag zu „Demokratie in der digitalen Konstellation„. Der Beitrag ist Teil des frisch erschienenen Handbuchs „Einführung in die Politische Theorie. Grundlagen – Methoden – Debatten“ (Riescher/Rosenzweig/Meine) und er gibt einen Überblick über die demokratietheoretische Forschung zu Fragen der Digitalisierung und argumentiert, dass die derzeitige Auseinandersetzung mit Fragen des digitalen Wandels in der Politischen Theorie noch defizitär ist, in einer vertiefenden Auseinandersetzung aber ein großes Potenzial liegt. Drei großen Diskursen- zu Öffentlichkeit, zu Repräsentation und zu Herrschaft – werden aufgearbeitet und diskutiert. Der Artikel ist hier als PDF verfügbar.

Lektüreworkshop: Das Demokratieprinzip im Grundgesetz

Am Freitag, den 31.1.2020 setzt die Forschungsgruppe ihre interdisziplinäre Workshopreihe zu Demokratietheorie fort. Gemeinsam mit den Expert*innen Isabelle Ley und Tim Wihl diskutieren wir das verfassungsrechtliche Demokratieprinzip des Grundgesetzes. Aus verschiedenen Perspektiven wird dabei unter anderem beleuchtet, wie eine europäische Integration verfassungsrechtlich legitimiert werden kann, diese Legitimationsketten ausgestaltet sein müssen und was ein legitimierendes Subjekt im verfassungsrechtlichen Sinne konstitutert. Und welche Rolle spielen eigentlich soziale Medien für das Demokratieverständnis?

Der Workshop richtet sich primär an Mitglieder des Weizenbaum-Instituts. Bei besonderem Interesse kann eine Teilnahme jedoch per Mail an digidem@wzb.eu angefragt werden. Weitere Informationen sowie die vollständige Leseliste finden sich unter Veranstaltungen.

Das Demokratieprinzip im Grundgesetz

Freitag, 31. Januar 2020, 10:00 - 16:00 Uhr 
Weizenbaum-Institut, Raum A104

Art. 20 Abs. 1 GG erklärt Demokratie zum Strukturprinzip deutscher Staatlichkeit. Vom Bundesverfassungsgericht wird es besonders dann gerne in Anschlag gebracht, wenn es gilt, Demokratiedefizite der Europäischen Union auszumachen. Denn erst ein hinreichendes demokratisches Legimationsniveau eröffne die Möglichkeit einer weitergehenden europäischen Integration. Doch wie müssen solche Legitimationsketten ausgestaltet sein und wer ist legitimierendes Subjekt im verfassungsrechtlichen Sinn? In Ermangelung einer einheitlichen theoretischen Grundlegung, lässt sich das Demokratieverständnis von Verfassung und Verfassungsgericht nur fragmentarisch rekonstruieren. Im Workshop „Das Demokratieprinzip im Grundgesetz“ möchten wir uns der Problematik aus vier Perspektiven nähern.

Roberto Frega: Pragmatism and the Wide View of Democracy 

Dienstag, 03. Dezember 2019, 10.00 - 12.30 Uhr 
Weizenbaum Institut, Raum A 106 Policy Brief
Zusammen mit dem Buchautor Roberto Frega hatten wir die Gelegenheit über die Demokratie als ein umfassendes gesellschaftliches Projekt und nicht nur politischen Regimes zu diskutieren. Sein aktuelles Werk „Pragmatism and the Wide View of Democracy“ beschäftigt sich Frega mit der Sichtweise einer Demokratie in einem breiteren normativen Rahmen zu denken. Besonders stützt er sich dabei auf den amerikanischen Pragmatismus und der kritischen Theorie. Gemeinsam diskutierten wir über wichtige Vorschläge für die soziale Demokratie und dem demokratischen Experimentalismus und stellten dabei die besondere Notwendigkeit des Pragmatismus heraus. Damit soll die Grenze zwischen den verschiedenen Akteuren verwischt und der Öffnung des Bereichs der Öffentlichkeit gedient werden.